Business Sprachkurs in Vancouver – jeder Tag ein Abenteuer

«Ich könnte hier leben. Vancouver fühlt sich wie mein Zuhause an!», schreibe ich meinen Eltern per Whatsapp nach wenigen Tagen in Vancouver. Die kanadische Metropole empfängt mich mit strahlendem Wetter und zuvorkommenden Menschen. Neulich stand ich vor einer riesigen Stadtkarte und versuchte, mich zurecht zu finden. Nach wenigen Minuten fragt mich ein Passant: «Kann ich dir helfen?»

Meine Gastfamilie – die Michiellis – leben in einem stattlichen weissen Haus, das ihre italienischen Wurzeln zum Ausdruck bringt. Im Garten einen kleinen mediterranen Wald. Abends gibt es oft Pizza, Spaghetti oder Tortellini. Natürlich alles selbstgemacht. So, wie es meine Gastmutter von ihrer Nonna lernte. Nur beim Nachtisch weicht sie ab: luftige Pancakes mit Ahornsirup.

Das Haus der Michiellis strahlt mediterranes Flair aus.

Jeden Morgen begrüssen mich die beiden Labradore vor meinem Schlafzimmer. Was für ein Start in den Tag! Auf dem Weg zur EC Vancouver lerne ich meine Gegend und weitere Viertel kennen. Oder einen Bruchteil davon. Die Distanzen sind unfassbar gross. Daher überrascht es mich kaum, dass ich mit dem Bus gute 45 Minuten fahren muss. Übrigens dürfen hier Obdachlose kostenlos mitfahren. Das kanadische Volk gilt gemeinhin als höflich und sozial.

Berge für Brasilianer – Strände für Schweizer

Ich habe mich für den dreiwöchigen Businesskurs eingeschrieben. Im Schulzimmer treffe ich auf eine gutgelaunte Klasse. Wie ich bald erfahre, befinden darunter gestandene Marketingmanager, HR-Leiter bis hin zu angehenden Dolmetschern und Flight Attendants. In Gruppenarbeiten erstellen wir Präsentationen und beschreiben unsere Arbeitgeber. Suchen nach treffenden Formulierungen in Geschäftsmails. Dabei wird viel gelacht und gestikuliert.

In einer Pause erfahre ich, dass der Grossteil aus Brasilien stammt. Dies erklärt die ausgelassene Stimmung. Und dass sie sich wegen den Bergen und dem Schnee für Vancouver entschieden hätten. Meer und Sandstrände habe man zuhause ja zuhauf! Ich staune.

In den Rocky Mountains: Viele in der Businessklasse (ausser Martina, rechts aussen) sehen Schnee und Berge zum ersten Mal.
Von der Kälte direkt an die Wärme: Marshmallows am Feuer.

Der Klassenausflug in die Rocky Mountains löst Begeisterungsstürme unter meinen brasilianischen Mitschülern aus. Sie liefern sich grölend Schneeballschlachten und schiessen Fotos. Das Bergmassiv und seine Gletscher beeindrucken auch mich als Schweizerin.

Als wir genug von der Kälte haben, wärmen wir uns am Feuer vor unserer Hütte. Spiessen Marshmallows auf und braten sie. Es duftet herrlich. Mit dem Handy halte ich diesen Moment fest.

Auf der Heimfahrt nächstentags halten wir abrupt an: Ein Braunbär überquert seelenruhig die Strasse. Unser Klassenlehrer erklärt uns derweil, wie man sich verhalten muss, wenn man ihm in der Wildnis begegnet: «Simply play dead!» Meistens verliert er dann das Interesse an der Beute. Ich muss leer schlucken.

Whalewatching als krönenden Abschluss

Drei Wochen Vancouver sind schnell vorbei. Besonders, wenn jeder einzelne Tag ein Abenteuer ist. Ein letztes steht mir aber noch bevor: Auf Vancouver Island nehme ich an einer Whalewatching-Tour im Boot teil. Meine Erwartungen sind klein. Versuche mein Glück aber trotzdem. Und tatsächlich: Nach einer Weile taucht die schwarze glänzende Rückenflosse eines Orcas auf! Ich drücke im richtigen Moment ab. Noch ein Bild für die Ewigkeit. Danke Vancouver!

Ein Orca lässt sich kurz vor den schaulustigen Touristen auf Vancouver Island blicken.

Adriana Zilic

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