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Sprachaufenthalt Valencia Erfahrungsbericht von Nina

Erfahrungsbericht

Dezember, 2022 | Mara Duttweiler

Blauer Himmel, warme Temperaturen und ganz viel Grün. Ich sitze auf einer Bank im Jardin de la Turia und bewundere diese grüne Oase inmitten der Grossstadt. Die Sonnenbrille sitzt. Sonnencreme habe ich vergessen. Das gibt wohl gleich am ersten Tag in Valencia einen Sonnenbrand. Wird wahrscheinlich nicht der Letzte sein. Ein älterer Herr reisst mich aus meinen Gedanken «Disculpe, señorita, por dónde se va a la cuidad de las artes?». Ich verstehe kein Wort. Panik. Ich zucke mit den Schultern und schüttle den Kopf. Er spricht weiter. «No espanol» stammle ich. Er versteht und geht. Ohjeh, worauf habe ich mich da bloss eingelassen? Ohne irgendwelche Spanischkenntnisse bin ich aus meinem 600-Seelendorf in die spanische Grossstadt gereist.

In meiner Gastfamilie, einem jungen Pärchen um die 30 mit Hund, verständige ich mit Händen und Füssen. Und auch mal mit meiner Übersetzer-App. Sie haben viel Geduld mit mir, zeigen oft auf etwas und geben mir das spanische Wort dafür. «Ba­ño» heisst Badezimmer. Das erste Wort, das ich lerne. Ein Einfaches.

Mit dem Velo in die Sprachschule

Zur Sprachschule geht’s mit dem Valenbisi. Das Bike-Sharing-System der Stadt. Mein Gastvater zeigt mir am ersten Tag den Weg. Dafür bin ich sehr dankbar. Der Grossstadtverkehr beunruhigt mich. Bin ich mit dem Velo nur Landstrassen und 30er-Zonen gewohnt. Auf vielbefahrenen Strassen halte ich mich kaum auf. Die Mehrheit der Route geht durch den autofreien Park. Alles halb so schlimm und doch ein wenig wie zu Hause.

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Mit dem Valenbisi kommt man am einfachsten von A nach B.

Die Españole International House Valencia befindet sich in einem älteren, rustikalen Gebäude. Die Einrichtung ist top modern. Ich werde freundlich begrüsst. Einen Einstufungstest muss ich keinen machen, ich beginne als Anfängerin. Meine Klasse ist klein und überschaubar. Niemand hat spanische Vorkenntnisse. Wir lernen die Sprache von Grund auf neu. Büffeln Wörter, den Unterschied von «Ser» und «Estar» und die wichtigsten Sätze für den Alltag in Valencia. Nach wenigen Wochen wechsle ich bereits in ein höheres Level.

Sprachaufenthalt Spanien, Valencia - Españolé International House Valencia - Studenten

Rustikales Gebäude mit moderner Einrichtung - Españolé International House Valencia.

Mit Chicas auf Erkundungstour

Am ersten Schultag treffen sich die Neulinge zur Stadtführung und anschliessenden Willkommensparty. Auch einige Klassenkameradinnen sehe ich dort. Mit drei «Chicas» aus den Niederlanden verstehe ich mich super. Sie werden in Valencia zu meinen engsten Freundinnen. Mittags holen wir uns oft etwas Leckeres zum Essen im Mercado Central und setzen uns in den Park. Gemeinsam machen wir die Stadt unsicher. Entdecken la Ciudad de las Artes y Ciencia, den Zoo Bioparc oder sonnen uns am Strand. Am Wochenende sind wir auch gerne nachts unterwegs. Besonders im Hipster-Viertel Ruzafa lässt es sich die Nächte durchfeiern. Zu trinken gibt es den berüchtigten Cocktail «Agua de Valencia». Der süsse Cocktail mit Vodka und Champagner hat es in sich. Ich lerne dies auf die harte Tour inklusive starken Kopfschmerzen am nächsten Tag. Die Valencianer wissen, wie man feiert.

Das zeigen sie auch bei ihrem Frühlingsfest «Las Fallas». An allen Strassenecken finden man riesige, farbige Papierskulpturen. Diese werden in der letzten Nacht in einer Zeremonie wieder verbrannt. Die ganze Stadt verwandelt sich in eine riesige Party mit gigantischem Feuerwerk und Musikfestival – eine «Locura», die man gesehen haben muss.

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Riesige farbige Papierskulpturen am Frühlingsfest Las Fallas.

Sprechen ohne Hände und Füsse

Für mehr Spanischpraxis besuche ich ein «Sprachintercambio». In einer Bar spricht man eine Stunde lang Englisch und eine weitere Spanisch. Hier treffe ich auf Einheimische. Sie kennen die Stadt anders und geben wertvolle Geheimtipps. Die Unterhaltungen werden je später der Abend immer fliessender. Meine Hände und Füsse brauche ich kaum mehr, um mich zu verständigen.

Valencia entdecke ich fernab von Touristenströmen. Zu Fuss oder mit dem Valenbisi stosse ich täglich auf neue Ecken. Bemalte Hauswände und künstlerisch verzierte Häuser. Auch kulinarisch kann ich nur von Valencia schwärmen. Tapas, Paella oder Tortilla de Papa. Alles schmeckt «delicioso». Wer auf Diät ist, ist in Valencia am falschen Ort.

Nach drei Monaten fühle ich mich in Valencia wie zu Hause. Die Grossstadt machte mir zu Beginn Angst. Jetzt löst eher der Gedanke in mein Dorf zurückzukehren, ein komisches Gefühl aus. In Valencia erlebte ich die Zeit meines Lebens. Viele neue Freunde, ein Handy voller Fotos und im Kopf unvergessliche Erinnerungen. Und sollte mich je wieder jemand auf Spanisch nach dem Weg fragen, werde ich weiterhelfen können.

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