3 Erfolgserlebnisse & 1 Ziel: Nicoles Sprachaufenthalt in Manly

«Das Ziel ist, dass ihr auf Englisch denkt!» Eine klare Ansage meiner Lehrerin Susan am ersten Tag des Advanced Kurses an der Lexis English Sydney Manly. Eine entschlossene, aber gutherzige Dame Ende 50. «Ja, klar. Wie soll das gehen?», denke ich mir. Der Unterricht ist anspruchsvoll. Das Klassenzimmer verlassen wir täglich mit Hausaufgaben.

Als ich bei einem Leseverständnis einmal schlecht abschneide, bin ich geknickt. Meine Hoffnung schwindet, das Diplom zu erhalten. Doch Susan ermuntert mich und die Klasse immer wieder. Lobt kleine Fortschritte. Zum Beispiel als ich einen Schreibwettbewerb gewinne. Der Auftrag lautet, unsere Familie mithilfe möglichst vieler Redewendungen zu beschreiben. Ich wähle unter anderem «A shoulder to cry on», «When things go pear-shaped» oder «We are like two peas in a pod». Ein erstes Erfolgserlebnis.

Die Schule liegt ausserhalb des City Center, direkt am goldenen Strand von Manly Beach.
Morgens vor dem Unterricht: Bootcamp am Strand von Manly.

Ganze vier Jahre habe ich für meinen Sprachaufenthalt hier in Manly gespart – einem Vorort von Sydney. Das ist meine Chance! Ich will alles aus diesen drei Monaten herausholen. Deshalb unterhalte ich mich mit den Schweizern unter meinen Mitschülern ausschliesslich auf Englisch – selbst in unserer Freizeit. Ob beim Shoppen in Sydney. Wandern in den Blue Mountains. Schwitzen im Bootcamp am Beach um 6.30 Uhr morgens. Wir geben nicht auf und pushen uns gegenseitig. In der Schule und am Strand.

Einer der schönsten heisst übrigens Shelly Beach. Wir entdecken ihn auf unseren unzähligen Strand-Hoppings nach der Schule. Der Sand hat die Farbe von Milchkaffee. Ein perfekter Ort zum Schnorcheln und Tauchen, weil das Wasser nur zwölf Meter tief ist. Von den Hügeln oberhalb des Strandes blickt man auf den Vorort North Head und dessen markante Klippen. Oftmals nehmen wir unsere Hausaufgaben mit und erledigen sie am Strand. Das macht es nur halb so schlimm.

Spaziergänge und Restaurantbesuche mit der Gastfamilie

Nach einem anstrengenden Tag gönnen wir uns einer dieser farbenfrohen Smoothies und frisches Bananenbrot. Die gibt es in Manly an jeder Ecke. Abends erzähle ich meiner Gastfamilie vom Unterricht oder beklage mich über den Muskelkater, den ich vom Bootcamp habe. Sie tröstet mich mit leckerem Essen wie Fried Rice oder lädt mich ins Sushi-Restaurant ein. Danach gehen wir meistens am Strand spazieren und geniessen die heissen Sommerabende. Wenn ich ein Wort falsch ausspreche oder die falsche Zeitform verwende, weisen sie mich höflich darauf hin. Das hilft mir sehr.

Während des Strandspaziergangs mit der Gastfamilie.

Neulich sass ich auf meinem Bett im Schlafzimmer und überprüfte den Inhalt meines Portemonnaies. «One dollar, two dollars …» Moment mal, ich zähle die Münzen ja auf Englisch! Ich denke auf Englisch! Nächstentags erzähle ich Susan davon. Wir freuen uns gemeinsam. Mein zweites Erfolgserlebnis.

Unsere Klasse ist die letzte, bevor sie in den Ruhestand geht. Alle haben sie ins Herz geschlossen. Am letzten Schultag übergeben wir ihr eine Kochschürze. Kochen ist ihre Leidenschaft. Darauf hat sich jeder Schüler mit Insidern verewigt. Anekdoten und Sprüche aus dem Unterricht. Sie ist sichtlich gerührt. Wir auch.

FREEDOM! 🙂

Drei Wochen später erfahre ich, dass ich die Advanced Prüfung bestanden habe. Erfolgserlebnis Nummer drei.

Adriana Zilic

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