Sprachaufenthalt Japan, Tokio, Stadt

Sprachaufenthalt Tokio Erfahrungsbericht von Elena

Erfahrungsbericht

Juli, 2023 | Elodie Kralj

Vorbereitung und Anreise

«Mata ne» Schweiz. Das heisst auf Japanisch «wir sehen uns» oder «bis zum nächsten Mal». Ich verlasse die Schweiz nicht für immer, aber meinen Mann und unserem Hund Kobe für drei Wochen «Ade.» zu sagen, schmerzt schon sehr. Ich möchte aber unbedingt japanisch lernen und das geht am besten auf eigenen Füssen.

Die Vorbereitungen fallen mir dank Boa Lingua nicht so schwer, vieles ist schon geplant. Ich muss nur noch meinen Koffer packen und alle Dokumente beisammenhaben.

Dann geht es endlich los! Ich muss schon sagen, einen 13h Flug allein zu meistern, ist nicht ganz ohne, zum Glück hatte ich viele Unterhaltungsmöglichkeiten dabei – denn die Aufregung ist gross. Endlich in Tokio angekommen muss man sich im Tumult einmal zurechtfinden und den Weg zur Gastfamilie ausfindig machen.

Wieso aber überhaupt Tokio? Ich glaube, es gibt keine andere Stadt in der Technik und Kultur so heftig aufeinanderstossen und sogar gemeinsam funktionieren. Mich hat das «eher ruhige, sehr traditionelle» an der Person und der enorme technische Fortschritt schon immer begeistert. Deshalb möchte ich mich unbedingt detaillierter mit der Kultur und Sprache auseinandersetzen.

TOKYO mach dich gefasst, ich will lernen!

Sprachaufenthalt Japan, Tokio, Stadt

Japan, Tokio

Meine neue Familie

Ich bin richtig «Happī» mit meiner Gastfamilie, Sakura und Hotaru sind freundliche und liebenswerte Menschen. Ihre Tochter Mai ist ca. in meinem Alter und geht direkt neben meiner Sprachschule selbst noch zur Schule. Sie haben sogar einen kleinen Pudel namens Mochi – süss der Kleine.

Die Familie hatte, zu meinem Überraschen, noch eine Austauschschülerin aufgenommen – sie kam aus Spanien und hiess Mara. Mai, Mara und ich waren direkt auf einer Wellenlänge. Mai spricht sogar englisch, somit konnte sie uns immer korrigieren, wenn wir versuchten etwas auf Japanisch zu sagen. Mara ging leider nicht auf die gleiche Schule wie ich, aber wir trafen uns immer danach.

Sakura und Hotaru sind sehr bemüht, nicht auf englisch zu sprechen und versuchen uns, mit Sprache, Händen und Füssen alles zu erklären.

Wir kochten alle sehr gerne und dabei hatten wir die Idee, einmal einen Schweizer Abend und einmal einen spanischen Abend zu machen. So konnte unsere japanische Gastfamilie sich mit unseren «Bräuchen» auseinandersetzen und wir als Schüler konnten sie etwas lernen.

Sprachaufenthalt Japan, Tokio, Genki Japanese School Tokio

Genki Japanese School Tokio

Die Sprachschule

Ich entschied mich direkt für die GENKI Japanese School Tokio. Wieso fragt ihr euch bestimmt? Das war die einzige Schule von den drei im Angebot, die nebst dem Sprache lernen auch kostenlose Workshops und Freizeitangebote anbietet. Lust auf einen Origami Kurs oder Kalligrafie, du kannst bei traditionellen Teezeremonien teilnehmen oder an Ausflügen zu bekannten Tempeln, Shoppingmalls oder Sehenswürdigkeiten. Ich glaube, da ist für jeden etwas dabei. Da ich mich nebst der Sprache auch sehr für die Kultur interessiere, schien mir dies die beste Schule für mich.

Die Lehrer sind freundlich und bemüht. Die Sprache und die Kultur stehen von Beginn an im Vordergrund und sie setzen sich auch einmal neben dich, wenn du etwas nicht auf Anhieb verstehst. Aller Anfang ist schwer, vor allem ein japanischer Anfang.

Es fiel mir nicht schwer, Anschluss zu finden in der Schule, denn es schien so, dass alle in meiner Klasse die gleichen Ansichten des Lernens hatten. Supercoole Truppe.

Sprachaufenthalt Japan, Tokio, Shibuya Kreuzung

Tokio, Shibuya Kreuzung

Tokio oder eben Tōkyō

Das Leben in Tokio zu beschreiben, fällt mir nicht schwer –aber ob man es versteht, das sei dahingestellt 😉Es ist gross, schnell, eindrucksvoll, ruhig, wunderschön, diszipliniert und nahe am Menschen. Wer vertrauen hat und sich auf Tokio einlässt, findet sich schnell zurecht. Nach der Schule hat sich die ganze Klasse am Shibuya Kreuz getroffen und man ging zusammen essen. Meine Gast-«Schwestern» waren praktisch immer dabei. Mai lernte uns bei dieser Gelegenheit die Sitten – nebst der Schule natürlich.

Ich sag’s euch, das Essen hier in Tokio ist der Hammer. Ramen, ach von Ramen könnte ich mich ernähren – diese Diversität, mit und ohne Fleisch, frisches Ei drin, unglaublich viele Gemüsesorten und dieser Geschmack! Oder Sushi, wenn du Sushi Liebhaber bist – wie ich es bin – dann musst du dir Tokio genauer anschauen. Die kleinsten Restaurants sind die Besten. So frisch wie hier kriegst du Sushi nirgends auf der Welt - Geschmacksexplosionen im Mund.

Die Süssigkeiten muss ich in einem eigenen Absatz erwähnen. Was es hier zu sehen und schmecken gibt, glaubte mir zu Hause (in der Schweiz) fast keiner. Ich musste Bilder zeigen als «Beweis». Du kannst praktisch ALLES selbst zu Hause machen. Es gibt zum Beispiel kleine «Süssigkeiten-KITs» da hat man Farbe, Formen und Geschmäcker dabei, setzt das Pulver mit ein wenig Wasser an uns giesst die Masse in die Förmchen. Daraus gab es klitzekleine Gummischlangen mit den abgefahrensten Farben und Geschmäcker.

Einmal waren Mai und ich allein unterwegs (Mara war gerade auf einer Klassenfahrt) und wir trafen auf ein älteres Pärchen im Park neben der Wohnung. Mai kannte sie und kam mit ihnen ins Gespräch. Plötzlich baten sie uns, mitzukommen und luden uns, bei sich zu Hause ein. Es gab viel süsses Gebäck und viele salzige Speisen, du fühltest dich direkt wohl, weil die ganzen Gerüche dich irgendwie umarmten. Die Wohnung war sehr traditionell eingerichtet und hatte viel zu entdecken. Mit einer Tasse Tee in der Hand sass ich da und fragte Mai auf Englisch, wieso wir hier eingeladen sind. Sie sagte mir nur «Sie haben mitbekommen, dass du bei uns zu Gast bist und wie sehr du dich für die Kultur interessierst, da wollten sie dir das «alte Tokio» erläutern.» -Ich war baff und überglücklich.

Nach einigen Stunden verabschiedeten wir uns von dem herzallerliebsten Paar und gingen mit einer veränderten Ansicht der Welt (zumindest ein wenig andersdenkend) nach Hause.

Sprachaufenthalt Japan, Tokio, Strassenleben

Strassenleben in Tokio

«Mata ne» Tōkyō

Nach meinem letzten Schultag bekam ich sogar ein Diplom. Das Diplom wurde mir bei einer «Abschiedsfeier» übergeben, richtig zeremoniell. Das berührte mich sehr. Sara, eine Italienerin in meiner Klasse ging am gleichen Tag wieder nach Hause wie ich, dies erleichterte mir ein wenig der Abschied von Allen.

Nie hätte ich mir denken können, dass nach «nur» 3 Wochen der Abschied so schwerfällt – nicht nur mir, auch meine Gakkō no tomodachi (Schulfreunde) und meine Gastfamilie mussten eine Träne verkneifen. Da entstanden einige Freundschaften, vielleicht sogar fürs Leben.

Aber nun freue ich mich auf meine Familie zu Hause!

Ich werde die Erlebnisse, Menschen und Orte in Tokio nie vergessen - aber wie zu Beginn schon gesagt «Mata ne» heisst «wir sehen uns» oder «bis zum nächsten Mal».

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