Englisch mit Meerblick: acht Wochen in San Diego

Am Familienessen kürzlich schwärmte mir mein Vater von seinem Sprachaufenthalt in Kalifornien vor. Wie locker die Menschen dort seien. Und das Wetter erst!

Einen Monat später sitze ich im Flieger Richtung San Diego. Acht Wochen an der CEL Pacific Beach liegen vor mir. Ich kann mein Glück kaum fassen!

Meterhohe Palmen, bunte Verkehrsschilder und goldenes Sonnenlicht. Der Strand nur einen Steinwurf entfernt. Fröhliches Gelächter aus den umliegenden Cafés und kräftige Farben, wohin das Auge reicht. Mexikos Einfluss ist deutlich zu spüren. Meine Residenz hier an der Graham Street liegt an perfekter Lage! Und der hauseigene Swimming Pool inklusive Gym sind die cherry on top.

Freundinnen und Spaghetti gegen Heimweh

Das Apartment teile ich mir mit Flurina aus Italien und Astrid aus Schweden. Zu Beginn wechsle ich kaum ein Wort mit ihnen – mein Englisch ist noch bescheiden. Das ändert sich schnell: Zu dritt kochen wir oft Spaghetti mit Tomatensauce, trinken Rotwein dazu und quatschen bis in die Nacht. Die Mädels-WG wird zu meinem Anker, wenn mich zwischendurch einmal Heimweh packt.

An den Wochenenden treffen wir uns mit den anderen Bewohnern auf der Terrasse zum Barbecue. Die kultigen roten Bierbecher stets in der Hand. Wie schnell ich mich hier zuhause fühle, überrascht mich selbst.

Latino-Einfluss und zugängliche Menschen: Janine fühlt mich in San Diego sichtlich wohl.

Schule mit Meerblick: So macht Lernen Spass

Die kleine Schule am Pacific Beach ist sehr familiär. Die Stimmung in der Klasse entspannt. Ryans relaxte Art trägt viel dazu bei. Unser schlaksiger Lehrer mit Brille legt eine Engelsgeduld an den Tag. Korrigiert uns seelenruhig. Das Wort «Squirrel» sprechen einige selbst beim fünften Mal noch falsch aus.

Melanie, Megumi und ich bilden zunächst eine kleine Gruppe. Bald schliessen sich uns auch die anderen in der Klasse an. Wir organisieren gemeinsame Abendessen mit japanischen und koreanischen Spezialitäten. Ich probiere zum ersten Mal einen asiatischen Suppeneintopf. Megumis Fürsorge und Perfektionismus fallen sofort auf: Die Zutaten sind alle gleich gross und minutiös geschnitten. Der Teller des Gastes stets besser gefüllt als der des Gastgebers.

Gemeinsam kochen und feiern: Die Klasse wächst zur Familie zusammen.

Nach dem Unterricht ist Feiern angesagt

Dienstags in die «Backyard» Bar. Mittwochs zum Strand, gefolgt vom Farmers Market am Ocean Beach. Freigeister, entspannte Stimmung und tanzende Hippies. Selten fühle ich mich so entspannt wie an diesem Ort. Donnerstags dann in den «Gaslamp» Club an der Ausgangsmeile in Downtown. Unsere Wochenroutine verfestigt sich schnell. Dann trifft sich die gesamte Klasse.

Manchmal muss man einfach seine Flügel ausbreiten und fliegen! Street Art in San Diego.
Schlafende (See-)hunde soll mach nicht wecken: Die lassen sich nämlich gerade die Sonne auf den Bauch scheinen.

«Dein Englisch hat sich unglaublich verbessert

Klassenkameradin Melanie (r.) und Janine am letzten Schultag.

Während eines unserer zahlreichen Kochabenden im Apartment merkt Astrid plötzlich an: «Janine, dein Englisch hat sich unglaublich verbessert. Und du wirkst viel relaxter!» Flurina stimmt ihr nickend zu. Die beiden Girls sind mir richtig ans Herz gewachsen.

Viel zu schnell sind meine zwei Monate hier an der Graham Street zu Ende. Wir organisieren einen letzten Spaghetti-Abend. Laden Melanie und Megumi ein. Sie werden mir fehlen.

Früher war ich Neuem gegenüber skeptisch. San Diego änderte dies komplett. Ich kann Unbekanntem nun gechillt begegnen. Ausserdem verstehe ich jetzt meinen Vater sehr gut. Beim nächsten Familienessen werde ich ihm von meinem Sprachaufenthalt in San Diego vorschwärmen.  

Adriana Zilic

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